Werte und Nachhaltigkeit in Banken – Ein Gespräch über Verantwortung und Zukunft
Shownotes
Prägen Werte und Verantwortung das Handeln von Banken heute mehr denn je? In dieser Sonderfolge von Ermutigende Blickwinkel sprechen Thomas Katzenmayer, Vorsitzender des Vorstands der Evangelischen Bank, und Souâd Benkredda, Vorstandsmitglied der DZ BANK, über Haltung, Nachhaltigkeit und die Zukunft des Bankwesens. Entstanden aus einem persönlichen Austausch bei der Evangelischen Bank, geht es um gesellschaftliche Verantwortung, langfristiges Denken und den genossenschaftlichen Gedanken: Was der Einzelne nicht schafft, schaffen viele gemeinsam.
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00:00:08: Ermutigende Blickwinkel, der Podcast zur nachhaltigen Transformation.
00:00:13: Jetzt weiß die Idee was der eine nicht schafft vermögen aber viele zusammen zu schaffen.
00:00:20: das ist die originäre Idee einer Kooperativen und die existiert schon seit vielen Jahren.
00:00:26: schon im neunzehnten Jahrhundert existierte diese Idee.
00:00:30: es ist teilweise so dass es als Beispiel für Strukturen auch im Ausland genommen wird.
00:00:35: Das heißt, der eigentliche genossenschaftliche Gedanke ist sehr nachhaltig.
00:00:46: Ja willkommen zu einer ganz besonderen Folge von ermutigende Blickwinkel – Einer Sonderfolge!
00:00:52: Denn wir sitzen heute nicht im Studio sondern im Gebäude der Evangelischen Bank in Kassel und bei mir sitzen hier gegenüber auch gleich zwei spannende Persönlichkeiten zu Art Bengt Redder und Thomas Katzenmaier.
00:01:04: Herzlich Willkommen!
00:01:06: Herzlichen Willkommen.
00:01:07: Danke.
00:01:07: Vielen Dank, lieber David.
00:01:09: Wir freuen uns sehr hier sein zu dürfen.
00:01:10: Schön dass ihr euch die Zeit genommen habt!
00:01:12: Ja Suat du bist seit zwanzig zweiundzwanzig Mitglied des Vorstands der DZ Bank AG und dort verantwortest Du das Kapitalmarktgeschäft, institutionelle Kunden den Bereich Handel- und Privatkunden, das Konzern Treasury und die strukturierte Finanzierung.
00:01:28: Außerdem bist Du für die Auslandsstandorte zuständig und wurdest kürzlich Trommelwirbel zur Deputy-CEO mit Wirkung zum ersten Juli ernannt.
00:01:39: Herzlichen Glückwunsch!
00:01:40: Herzlichen Dank, ich freue mich sehr darüber.
00:01:42: Danke schön
00:01:43: und direkt neben mir mein zweiter Gast Thomas.
00:01:46: ja den kennt ihr bereits aus unserer ersten Staffel.
00:01:49: Er ist Vorsitzender des Vorstands der Evangelischen Bank und hier begleitet er dieses Amt seit zwei tausend sieben und nächstes Jahr also in twenty sieben zwanzig feiert er dann auch sein zwanzichjähriges Jubiläum.
00:02:02: aufgeregt
00:02:03: Überhaupt nicht.
00:02:05: Fast zwanzig Jahren bin ich schon da, aber zwanziger Jahre sind es dann nächstes Jahr im Vorstand so langsam von gewöhnt und ganz entspannt.
00:02:13: Sehr schön!
00:02:13: Hat dir David?
00:02:14: Gerne gerne.
00:02:15: Heute sprechen wir über ein Thema das in keiner Bilanz auftaucht.
00:02:19: ja Wir sprechen über Haltung und Werte, über die Prinzipien an denen sich Menschen und Organisationen orientieren.
00:02:25: Und die weitgehend entscheiden wie glaubwürdig verantwortungsvoll und wirksam sie handeln.
00:02:30: Und gerade in der Finanzwirtschaft, die traditionell als ja eher rational und faktenbasiert und nüchtern gilt wird da auch immer deutlicher.
00:02:39: Werte sind keine Weichenthemen.
00:02:41: Sie sind ein organisatorischer Kompass und eine zentrale Voraussetzung dafür, dass wirtschaftliche Beziehungen funktionieren – denn wo Millionen bewegt werden, wo Risiken bewertet und Zukunftspläne finanziert werden, braucht es nicht nur Vertrauen sondern auch Klarheit darüber wofür eine Bank steht welchen Menschenbild sie folgt und welche Haltung ihr Handeln prägt.
00:03:05: Gleichzeitig stehen wir mitten in einem gesellschaftlichen Wertewandel.
00:03:09: Menschen fordern Transparenz, Sinn, Verantwortungsbewusstsein und klare Prinzipien.
00:03:13: Sie wollen jetzt endlich wissen, welche Rolle spielen Unternehmen in Krisenzeiten?
00:03:18: Was machen sie?
00:03:19: Welche Werte bestimmen Entscheidungen?
00:03:22: wie viel Haltung zeigt eine Organisation wenn es ernst wird?
00:03:26: Und für Banken heißt das nun mal Neutralität ist keine Option mehr.
00:03:30: Darüber sprechen wir heute.
00:03:32: Wie verändern sich Werte im Bankensektor und welche Rolle spielt ihr heute?
00:03:42: Ja, also herzlichen Dank für die Frage.
00:03:43: Erst mal aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich sagen wir haben einen Einschnitt gesehen bei der sogenannten Global Financial Crisis, der GFC, im Jahr seven und acht.
00:03:55: Was insgesamt einerseits die Reputation der Finanzindustrie angeht und dann andererseits die Antwort drauf – also im Sinne einer verschärften Regulaturik und eines auch öffentlichen Diskurses über die Rolle der Bank.
00:04:08: Ich glaube das war ein starker Einschnitt vor fast zwanzig Jahren und er hat die Industrie und die Reputation verändert.
00:04:16: leider an.
00:04:17: eher trauriger Einschnitt, denn wir erinnern uns an die globale Finanzkrise.
00:04:21: Es war damals so dass wir aus den USA getrieben einen Immobiliensektor Crash schon fast hatten bzw... Immobilien, die nicht mehr so werthaltig waren.
00:04:33: Die weltweit verkauft worden sind auch noch Europa und die haben einige Banken in die Knie gezwungen.
00:04:38: ein sehr prominentes Beispiel.
00:04:40: Sind die Lehman Brothers, die dann ins Insolvenz gegangen sind?
00:04:44: Und daraufhin gab es Antworten vor allem von der Regulatorik, die auch sehr nachvollziehbar sind und zwar diese zu schärfen damit so etwas Ein sogenannter Spill Over das heißt eine Finanzkrise, die sie dann in eine Wirtschaftswelt Krise überschwappen kann nicht mehr passiert.
00:05:02: Und das hatte auch zur Folge, dass die Reputation der Banken auf jeden Fall darunter gelitten hat und Wahrnehmung bestand.
00:05:09: Es geht ja sowieso nur um Profitmaximierung, um Intransparenz und darum dass die Banken ihre eigenen Gewinne maximieren und denen das Kunden wohl wollen eigentlich egal ist.
00:05:20: Das ist eine sehr extreme Meinung wie man nachvollziehen kann angesichts der Krise und hat wie gesagt einiges ausgelöst auch an Regulatorik.
00:05:28: und jetzt knapp zwanzig Jahre später haben wir einerseits ein viel stabileres Bankensystem und dann andererseits aber und das finde ich sehr erfreulich wieder eine Resozialisierung der Banken, wie ich es jetzt mal bewusst provokativ nennen möchte.
00:05:42: Das heißt die Reputation hat sich deutlich verbessert und das freut mich.
00:05:48: Einerseits sehr und andererseits muss man auch an dieser Stelle sagen, dass natürlich nicht alle Banken so unter... Wie sagt man das auf Deutsch?
00:05:56: Unter einen Kamm geschert werden.
00:05:58: Über einen Kimm.
00:05:59: Danke schön!
00:05:59: Über einen Kamm geschärt werden dürfen.
00:06:02: Und da denke ich mal gehen wir jetzt mehr in die Tiefe ein, aber vielleicht gerne Thomas deine Einschätzung dazu.
00:06:08: Ja von der internationalen Ausgangssituation, die natürlich diese wie wir es heute empfinden überbordende Regulatoriker vorgerufen hat Ob das Image so hergestellt ist, weiß ich nicht.
00:06:20: Interessanterweise ist der Staat aber immer gerne dabei die Banken für Ansinnen, die er gerne umsetzen möchte, heranzuziehen ob es bei Steuerfragen ist, ob das bei der Geldwäsche ist oder im Zuge der Umsetzung von Nachhaltigkeitskriterien ist.
00:06:36: Da ist dann die Bankenswelt doch ganz gerne wieder genommen weil das Finanzwesen und letztendlich ist die Finanzen eine Schlüsselrolle in der Wirtschaft spielen.
00:06:46: Die Verfehlungen, die es gab haben weniger mit den Banken zu tun.
00:06:50: Sie haben mit der Haltung von Wirtschaftsakteuren zu tun und wir können das Spiel weiter spielen.
00:06:55: über die Automobilindustrie ob in Deutschland Dieselgate oder was auch immer man bemühen will über Skandale, ob in der Lebensmittelindustrie, in der Farmerindustrie.
00:07:06: also man kann das weiterspinnen.
00:07:08: Von daher ist das Alleinstellungsmerkmal des schändlichen Managers nicht in der Finanzindustrie allein, sondern es ist glaube ich eine gesellschaftliche Entwicklung über viele Jahre hinweg.
00:07:20: Wo der Wertekompass in den Manager-Etagen oder überhaupt in der gesellschaftlichen Bedeutung von Geld irgendwann schief abgebogen ist und wenn die reine Ökonomisierung und das Fokussieren auf kurzfristige Quartalszahlen im Sinne des Shareholder Value in einer Fehldeutung dazu führt, dass schnelle Gewinne erzielt werden müssen um die Kampagne durch die Kapitalmärkte vernünftig darzustellen.
00:07:50: Und dann letzten Endes auch Managerleistungen daran zu messen Dann haben wir uns natürlich nur noch auf diese ökonomische Welt reduziert.
00:07:58: Das hat man bis zur Perversion getrieben Und der Weg zurück ist sehr lange, aber ich glaube und gerade wenn ich unsere Organisationen anschaue, das Wort gerade euer Haus und auch der Verbund in dem wir arbeiten sind wir doch ein gutes Beispiel dafür dass es auch anders geht.
00:08:16: Das absolut richtig!
00:08:17: Wenn ich darf David ganz kurz hinzufügen Thomas Dosten sehr wichtigen Punkt genannt ohne das zu bagatellisieren.
00:08:25: Es ist tatsächlich so, dass man einzelne Akteure hat – ich sage nicht, dass es wenige waren aber es waren Akteüre die dann natürlich auch wie in anderen Industrien etwas hervorgerufen haben und man sollte einfach immer nur etwas vorsichtig sein, das zu verallgemeinern Denn wie du richtig sagst Thomas wir haben eine sehr wichtige Rolle als Finanzindustrie auch für die Gesellschaft oder in der Wirtschaft und die nehmen wir sehr ernst.
00:08:54: Vielen Dank an euch beide schon mal für eure Ausführungen.
00:08:57: Suat, du hast dir auch beschrieben wie der Wertewandel stattgefunden hat.
00:09:01: Wir haben über die Finanzkrise gesprochen.
00:09:04: Du hast es erwähnt.
00:09:05: Wenn man auf deine Biografie schaut sieht man dass du selbst lang Investmentbankerin warst Ein Beruf der Auf den ersten Blick nicht mit Werten und Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht wird.
00:09:17: Wie passt das für dich zusammen?
00:09:20: Das ist eine sehr gute Frage, da wird denn tatsächlich selber im Investment Banking so viele Jahre tätig gewesen zu sein.
00:09:27: Wirft zurecht die Frage auf nach wie passt das dann zusammen?
00:09:30: Ich kann mich erinnern ich habe bei der Deutschen Bank angefangen, in dem Jahr zwei tausend und eins als Trainee war damals vierundzwanzig Jahre alt und mir war wichtig dass Eine Marge verdiene, denn wie Thomas sagte wir sind natürlich Institute die wirtschaftlich auch ein Interesse haben.
00:09:47: Das ist ganz wichtig.
00:09:49: und damals als vierundzwanzigjährige habe ich mir gedacht Ich würde gerne so Gott will erfolgreich sein im Investor Banking wo ich gearbeitet habe aber nicht weil ich die günstigste bin oder weil ich diejenige bin, die aufgrund von sagen wir mal so komplexen Produkten, die dann gar keiner mehr versteht, eine Hohemage rausholen kann.
00:10:09: Sondern weil ich in einem Team arbeite und es ist immer ein Team-Effort ist einfach eines der besten und zudem möchten die Kunden gehen.
00:10:17: Und das weiß ich ganz, ganz genau.
00:10:19: mit dieser naiven Vorstellung bin ich reingegangen und in das was sich versucht habe selber zu leisten im Team und auch als Mensch.
00:10:27: Ich glaube dass man das deswegen miteinander vereinbaren kann denn gerade im Investment Banking du hast vorhin über Risiken gesprochen die wir natürlich für Kunden übernehmen wenn es um Absicherungen geht sie sind für die Bank ja dann auch riskant.
00:10:41: Also es ist nicht so, dass man sich einfach immer in die Mitte stellt und alles ist gut.
00:10:45: Sondern im Kreditgeschäft gibt das Risiken, den Absicherungsgeschäften sogar im Anlagegeschäft.
00:10:50: Und das ist ja unsere originäre Aufgabe als Banken.
00:10:53: Wir übernehmen Risiken als Finanzdienstleister für unsere Kunden.
00:10:58: Wenn man das richtig macht und die Risiken tatsächlich da sind dann finde ich, ist das mehr als gerechtfertigt auch etwas daran verdienen zu wollen.
00:11:06: Deswegen habe ich mich immer gut damit gefühlt, womit Einfach ein Produkt, viel zu verdienen.
00:11:13: Das war ehrlich gesagt hat sich ethisch nicht korrekt angefühlt und ich kann ein konkretes Beispiel nennen was wir mit meinem Team in dem Jahr zwei tausendund acht freiwillig ohne dass es Vorgaben dazu gab eingeführt haben.
00:11:26: damals war ich für das Team Afrika im mittleren Osten für die Betreuung von Unternehmen zuständig und wir haben freiwillige eingefürt dass wir eine maximale Marge haben.
00:11:35: Das gab es tatsächlich nicht, das lag ihm ermessen sozusagen in der Gruppenleitenden.
00:11:39: Das haben wir freiwillig eingeführt weil wie gesagt haben wenn wir schon in der komplexen Welt unterwegs sind wollen wir auch eine gewisse Benchmark haben und wollen uns wohlfühlen und das versuche ich bis heute sozusagen mit mir zu tragen.
00:11:54: diese Vorstellung.
00:11:55: So hat vielen Dank für den Einblick ja in deine private Denken dein Mindset und auch in deinen Handeln.
00:12:01: Jetzt haben wir schon viel über Werte gesprochen und lasst uns auch mal einen Blick auf die Verantwortung werfen.
00:12:06: Also welche gesellschaftliche Verantwortung tragen Banken heute?
00:12:10: Und wie wird diese konkret gelebt, Thomas?
00:12:14: Naja ich könnte sagen ein Stück weit ist bei uns der Name Programm und er stellt ja auch eine gesellschaftlichen Verordnung da einerseits andererseits konkret finanziert unser Haus beispielsweise die Sozial- und Gesundheitswirtschaft, der größte Arbeitgeber in Deutschland.
00:12:35: Und natürlich entsteht daraus auch eine Verantwortung für unsere Bank nämlich genau in diesem Segment der Sozial-und Gesundheitswirtschaft zu arbeiten weil diese Menschen dort arbeiten alle für und am Menschen und das finde ich ist ein hohen in hohem Maße sinnstiftende Aufgabe und Tätigkeit.
00:12:57: Und damit tragen wir zumindest mittelbar, manchmal auch unmittelbar Verantwortung dafür dass wir genau diesen gesellschaftlichen Kit den es braucht gerade in diesen Zeiten in denen wir leben das wir genau diese gesellschaftliche Verantwortung umsetzen können.
00:13:17: Um mal so eine Zahl zu nennen, wir haben in den letzten beiden Jahren über eine Milliarde Kredite in die Sozial- und Gesundheitswirtschaft gegeben.
00:13:24: Die unter einer sehr starken Regulaturregie der letzten Endes arbeiten muss und das ist alles andere als einfach was der Staat diesen Unternehmen aufbürdet.
00:13:36: Trotzdem oder vielleicht auch gerade weil diese Menschen die da arbeiten spezielles Mindset mitbringen eines der besten Gesundheitssysteme auf der ganzen Welt.
00:13:48: Das auch sehr teuer ist, aber ich finde ein Land wie Deutschland muss sich so etwas leisten können.
00:13:53: Wie wir das Geld ausgeben?
00:13:54: Ist eine andere Frage.
00:13:55: Auch das ist eine Frage der Verantwortung nämlich der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft die Dinge so vernünftig zu steuern und zu regeln dass die Ressourcen nicht vergeudet werden.
00:14:06: Die Gefahr sehe ich aktuell schon Und deshalb ist auch die Verantwortung wie wir es tun Der entscheidende Punkt dass wir es tun.
00:14:16: Natürlich gibt es Rendite trächtig, aber Anlageformen oder Investitionsmöglichkeiten.
00:14:22: Aber am Ende glaube ich ist die Rendite, die man im ersten Moment vielleicht noch nicht sieht, die langfristig und somit auch nachhaltig um in unserer DNA zu bleiben treibt.
00:14:35: Wie versteht denn die DZ Bank ihre gesellschaftliche Verantwortung im genossenschaftlichen Verbund?
00:14:40: Die DZ Bank ist ja die Zentralbank der genossenschaftlichen Finanzgruppe gehört, den Genossenschaftsbanken und dient wie gesagt als Zentral-Bank und als Geschäftsbank für diese Genosschaftsbanks.
00:14:55: Und als Zentralinstitut sind wir natürlich vitaler Teil der genassenschaftlichen Finanzgruppen.
00:15:01: Da würde ich gerne noch mal drauf eingehen.
00:15:02: was heißt eigentlich genosstschaftliche Finanzgruppes?
00:15:05: Die Idee, und das hat mich damals fasziniert als ich in den Vorstand der DZ Bank gekommen bin, ist eine sehr schöne.
00:15:13: Und zwar ist die Idee was der Eine nicht schafft, wir mögen aber viele zusammen zu schaffen.
00:15:20: Das ist die originäre Idee Einer Kooperativen und die existiert schon seit vielen Jahren, schon im neunzehnten Jahrhundert existierte diese Idee.
00:15:30: Und die ist auch international sehr oft positiv debattiert und auch nachgeahmt, das vielleicht jetzt ein bisschen arroganter war.
00:15:37: es ist teilweise so dass es als Beispiel für Strukturen auch im Ausland genommen wird Und das darf man nicht vergessen.
00:15:43: Das heißt, der eigentliche genossenschaftliche Gedanke ist sehr nachhaltig.
00:15:47: Er basiert darauf, dass man zum Beispiel einen Handwerker hat oder einen Bauern, der sich ein gewisses Equipment alleine nicht leisten kann und dieser tut es sich zusammen in eine Genossenschaft und dann kann man sich so ein Equipement leisten.
00:16:00: Und das finde ich so schön und das spiegelt sich auch wieder in unserer Anteilseigener Struktur denn wir gehören ja auch den Mitgliedern.
00:16:07: also wer sind insgesamt ungefähr dreißig Millionen Kunden?
00:16:13: also auch das tragen wir weiter, nicht nur den originären Gedanken sondern auch in unserem Geschäft wie wir aufgestellt sind.
00:16:20: Und das zwingt einen ja natürlich wie Thomas es vorhin sagte nachhaltig zu denken.
00:16:24: und ich bin jetzt nicht in der ISG Nachhaltigkeitsdefinition sondern in der origineeren Definition von Nachhaltigkeit dass etwas nachhaltiger ist und nicht kurzfristig und das wiederum basiert auf unserer DNA.
00:16:38: Ich kann das eigentlich nur unterstreichen, denn wir nutzen und dürfen auch zum einen natürlich Mitglied dieser genossenschaftlichen Finanzgruppe sein.
00:16:48: Andererseits nutzen wir die Zentralbank, die DZ Bank, die für uns Geschäftsbereiche abbildet, die wir als vergleichsweise kleine Bank gar nicht leisten könnten.
00:17:01: Sie dienen uns in der Finanzgruppen – auch das ist elementar!
00:17:06: Als im Grunde unsere Liquiditätspuffer, man könnte auch sagen unser Cashpool.
00:17:11: der gesamten Gruppe wird über die DZ Bank mitgesteuert und mitbegleitet.
00:17:15: Und sie versorgt uns mit Liquidität.
00:17:17: also in diesen Größenordnungen könnte das die einzelne Bank gar nicht.
00:17:20: Also damit wird auch aus dieser Abhängigkeit eine gemeinsame Verantwortung für die Gruppe Für das eigene Haus ohnehin aber die Aufgabe der Zentralbank ja auch ganz anders honoriert, als das eine Geschäftsbank für sich alleine tun würde.
00:17:37: Das heißt die Zentralbank verzichtet letzten Endes auf einen Teil der Margen, die sie am Markt generieren könnte, am Ende zugunsten der Gruppe und ich finde es ist ein hohes Gut dass in der Wirtschaft durchaus seinesgleichen sucht also nicht nur so hat weil du jetzt heute bei uns bist sozusagen sondern wenn wir uns vergegenwärtigen in welchen Konstrukten oder auch in welchem geschäftlichen Beziehungen wir gemeinsam arbeiten, dann kommt dabei deutlich mehr raus als wenn es jeder alleine versucht und dieser Teamgedanke in einem Team was zu schaffen und zu leisten.
00:18:12: Dann schafft man nämlich auch manchmal das vermeintlich Unmögliche und diese Gruppe schafft schon seit vielen vielen Jahren genau diesen Ansatz.
00:18:20: Thomas du hast da etwas ganz Spannendes und Wichtiges gesagt im Team auf Gewinn verzichten.
00:18:26: möglicherweise Ist das manchmal auch nötig für konsequente Werteorientierung?
00:18:32: Ja, genauso wie wir es vorhin besprochen hatten.
00:18:35: Die Gewinnerzielung auf jeden Fall wichtig ist.
00:18:37: Da würden wir lügen, wenn wir sagen würden nein das machen wir alles aus gemeinnützigen, nur gemeinnutzigen Zwecken.
00:18:43: Das ist nicht so!
00:18:44: Wir haben auch eine Gewinnerziehungsabsicht aber nicht nur rein weil wir Gewinne erzielen möchten sondern weil und das war Thomas Punkt vorhin es alles nachhaltig sein soll.
00:18:53: also wenn man ein nicht profitabler Unternehmen hat dann können die natürlich nicht Nachhaltig da sein für die Kundinnen und Kunden.
00:19:01: Also so kann man's ja auch mal sehen.
00:19:04: dann kann man den Service auch nicht bringen und da kann man das Risiko nicht aufnehmen.
00:19:08: Und von daher glaube ich, dass wichtigere ist, dass diese Gewinnabziehung nicht exzessiv ist und nicht immer an erster Stelle
00:19:16: steht.".
00:19:17: Das bedeutet durchaus mal auf Gewinn verzichten und auch mal Investitionen tätigen.
00:19:23: Im Sinne der Gruppe oder im Sinne der Kunden, die dann aber in Zukunft notwendig sind und nachhaltig sind.
00:19:31: Und auch miteinander so umzugehen dass man sich hilft im Sinne des originären genossenschaftlichen Idee was der eine nicht schafft das schaffen viele.
00:19:41: Das bedeutet eben nicht, dass man als Einzelner immer Profit machen muss.
00:19:45: Und das ist tief in unserer DNA drin.
00:19:47: Mir persönlich gefällt das sehr gut weil wie gesagt einer der Gründe warum ich gerne zu DZ Bank gewechselt bin und würde dann auch gerne noch mal was Thomas vorhin gesagt hat unterstreichen auch von unserer Seite als DZ-Bank-Institut.
00:20:00: Wir wären nichts ohne den Verbund und wir haben nur so ein starkes Rating das stärkste einer Bankengruppe in Deutschland weil wir den verbunden haben.
00:20:09: einzeln, könnten wir das nicht.
00:20:11: Und dass ist uns sehr bewusst auch in der Liquiditätssteuerung für dich ja auch zuständig bin über die Group-Trash-Reihe – das leben wir auch sehr ernsthaft!
00:20:19: Unsere Rolle ist es, die Genossenschaftsbanken zu unterstützen.
00:20:23: Wir haben auf jeden Fall auch nicht genossenschaftliche Kundinnen und Kunden.
00:20:26: Das haben wir.
00:20:27: Wir sind auch eine Direktbank für Unternehmen.
00:20:30: Wir machen kein Retail, das machen wir nur über den Verbund aber auch das Geschäftsfeld sehen wir im Sinne Der Genossenschaft, wir tragen dann natürlich zum Gewinn bei.
00:20:40: Wir tragen zur Diversifikation bei – gerade Fundingdiversifikations.
00:20:45: Da ist es wichtig für uns nicht nur im genossenschaftlichen Verbund unterwegs zu sein sondern auch außerhalb so dass wenn mal Gott behüte eine Krise kommt in einem genossenschäftlich verbunden wie andere Kanäle haben!
00:20:56: Wir haben dabei und wir nennen das so schön Verbund First den Verbund im allerersten Blick und was wir drum herum bauen Direkte Kunden, die wir haben.
00:21:07: Gewinn, Erzielung
00:21:09: etc.,
00:21:10: machen wir aber um diese originäre Idee zu
00:21:12: unterstützen.".
00:21:23: Damit sind wir am Ende dieser besonderen Folge von ermutigende Blickwinkel angekommen!
00:21:29: Wir haben heute sehr eindrücklich gehört dass Werte im Banking eben kein Beiwächs sind sondern handlungsleitend wirken können und auch müssen.
00:21:44: Nachhaltigkeit und darüber das wirtschaftliche Erfolg und Haltung kein Widerspruch sein müssen.
00:21:50: Ich habe für mich mitgenommen, der genossenschaftliche Gedanke – dass was der Einzelne nicht schafft – schaffen viele gemeinsam ist kein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten sondern ein hochaktuelles Prinzip für nachhaltiges Wirtschaften.
00:22:04: verbunden gegenseitige Unterstützung bewusster Verzicht zugunsten langfristiger Stabilität All das ist gelebte Wertorientierung.
00:22:15: Und jetzt kommen wir zu unserem Moment für echte Inspiration!
00:22:19: In unserer Kategorie Mutmacher wollen wir hören, was euch in letzter Zeit besonders Kraft gegeben hat oder eben auch inspiriert hat.
00:22:27: Was möchtet ihr unseren Hörerinnen und Hörern heute mit auf den Weg geben?
00:22:32: Starten wir mit unser Mutmachr.
00:22:37: Mutmache!
00:22:40: Swart vielleicht beginnst du.
00:22:42: Ich weiß nicht ob es etwas ist was ich persönlich beobachtet habe, die letzte Zeit aber sich gerne den Hörerinnen und Hörern auf den Weg geben möchte ist.
00:22:52: Dass Optimismus extrem wichtig ist und auch Optimismus ein Werkzeug ist meiner Meinung nach sein eigenes Schicksal selber ein bisschen zu schmieden.
00:23:02: also wenn man so pessimistisch auf die Welt schaut dann wird sozusagen perception reality Und das würde ich gerne unseren Zuhörern und Zuhörenden mitgeben.
00:23:12: Ich bin in dem Jahr- und Freilich nach Deutschland zurückgekehrt, nach so vielen Jahren im Ausland – weil ich an Deutschland glaube!
00:23:21: Wir sind ein unheimlich innovatives Land, ein Land mit sehr starker Bildung.
00:23:26: Mit über achtzig Millionen Menschen?
00:23:28: Mit einem Platz auf der Weltbühne als drittgrößte Volkswirtschaft oder viert grösste je nachdem wo wir rauskommen.
00:23:35: und unheimliches Potenzial und ein sehr wichtiger Protagonist in Europa – und wir brauchen ein starkes Europa!
00:23:42: Und ein starkes Europa wird es nicht geben ohne ein starkeres Deutschland.
00:23:46: Das wiederum kann jeder von uns in seinem Mikrocosmos selber gestalten.
00:23:51: Aber dazu gehört eine Riesenportion Optimismus, was die Zukunft angeht und das würde ich gerne unseren Zuhörerinnen und Zuhöhrern mitgeben.
00:24:00: Denn man darf nicht unterschätzen, was für eine Wirkungsweise man selber hat.
00:24:05: Wow!
00:24:06: Thomas jetzt kommst du.
00:24:08: Was hast du dem hinzuzufügen?
00:24:10: Das ist ja kaum noch zu toppen.
00:24:12: Das ist auch nicht meine Absicht.
00:24:13: der Hinweis auf den Optimismus dann finde ich extrem wichtig.
00:24:18: Zuletzt haben wir Wahlergebnisse auch in anderen europäischen Ländern gesehen, die durchaus Mut machen, dass den Menschen mit gesundem Menschenverstand hinschauen.
00:24:29: Ob die, die da vorne als ihre Regierungschefs oder Chefin entstehen, ob das wirklich der richtige Weg ist, der verfolgt wird.
00:24:38: und da glaube ich hat sich gezeigt, dass man für eine gewisse Zeit den Leuten, den Menschen was erzählen kann aber am Ende Auch diese Werte passiert, dass sich vieler Menschen durchsetzt.
00:24:51: Das gibt mir ein bisschen Mut.
00:24:52: Ich vermeide und das würde ich den Zuhörern hier auch gerne mitgeben nicht jede Tagesmeldung anzuschauen sondern schau in meinem Umfeld.
00:25:05: Hier bei uns in der Bank sehe dort viele Menschen, viele junge Menschen die mit viel Energie an den Dingen arbeiten, die ich vorhin an Zinsstiften bezeichnet habe Und das gibt mir Mut und ich denke dieser Mut, der sollte uns also ein bisschen anstecken.
00:25:20: Das sind auch die Dinge wie du gesagt hast, die man so im Kleinen in seinem eigenen Kosmos beeinflussen kann.
00:25:27: wenn es alle tun dann bewegt sich ja, könnte man fast sagen wie in unserer Gruppe bewegt sie ganz viel ums mit dem Sport abzuschließen dass Team gewinnt nicht der Einzelne.
00:25:39: Wenn wir diesen Gedanken hochhalten dann werden wir das auch schaffen.
00:25:46: Danke euch beiden für diese Motivation.
00:25:49: Ich nehme mit, Optimismus als bewusste Entscheidung und den Blick auf das was wir selbst beeinflussen können.
00:25:57: Nicht nur auf Krisen fokussieren sondern auch Menschen die Verantwortung übernehmen im Team, im Alltag, im eigenen Umfeld.
00:26:06: ich finde dass ist ein kraftvoller Mutmacher und ein schöner Schlusspunkt für diese Kategorie.
00:26:13: Ich bedanke mich auf jeden Fall für eure Einblicke, den offenen Austausch mit euch und vor allen Dingen auch eure wertvolle Zeit.
00:26:20: Und ansonsten geht es hier bald weiter mit dem Start von Staffel vier.
00:26:24: Diese wird sich mit vier Folgen und den Themen Digitalisierung und KI beschäftigen.
00:26:29: Seid also gespannt, bis zum nächsten
00:26:48: Mal!
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